Ost-Ukraine, Galizien und die Kaparten

Die ukrainische Stadt Ternopil gehört mit ihren rund 250.000 Einwohnern zu den drei bedeutendsten Städten in Ostgalizien. Die von dem Dnister-Nebenfluss Seret durchflossene Hauptstadt der Oblast Ternopil liegt 132 km östlich von Lemberg (Lwow) im Westen der Ukraine.

1540 wurde die heutige Universitätsstadt von Jan Amor Tarnowski gegründet und diente zunächst als polnischer Militärstützpunkt. Von 1569 bis 1772 gehörte die Stadt zum Doppelstaat Polen-Litauen, auch "Republik Beider Nationen" genannt, und unterstand der Stadt Lemberg. Ab 1772 war Ternopil Teil des Kaiserreich Österreich, und ab 1867 gehörte der Ort zu Österreich-Ungarn. Nach der Schlacht bei Tarnopol, die im Ersten Weltkrieg vor den Toren der Stadt geschlagen wurde, wurde Ternopil 1921 Hauptstadt der polnischen Wojewodschaft Tarnopol. 1945 wurde die Stadt als ukrainische Stadt Teil der Sowjetunion, bis die Ukraine 1991 schließlich ihre Unabhängigkeit erklärte.

Die bewegte Geschichte von Ternopil hinterließ in der Stadt die unterschiedlichsten kulturellen Einflüsse. Besonders sehenswert sind die im 17. Jahrhundert gebaute Auferstehungskirche und die dominikanische Barockkirche, die im 18. Jahrhundert entstand. Daneben besteht ein reiches Kulturangebot mit zahlreichen Kunstgalerien, Museen und Philharmonieorchester, und auch das Schewtschenko Dramentheater ist einen Besuch wert.

Doch nicht nur in der Stadt befinden sich die Sehenswürdigkeiten, die Ternopil zu einem immer beliebteren Reiseziel machen. Nordöstlich der Stadt, nahe Kremenez, liegt der orthodoxe Wallfahrtsort Potschajiw bzw. Pocaev, mit dem Grab des Hl. Hiob von Pocaev, dem die Gottesmutter erschienen sein soll. Servanitza, ein katholischer Wallfahrtsort, liegt südwestlich nahe Ternopil und ist ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel.